(9.5.2008) Tägermoos, 89. Minute. Die ganze Mannschaft des FC Gossau hat sich auf der Torlinie versammelt.
Die Angst steht dem Gegner ins Gesicht geschrieben. Denn unsere Nummer vier, Gianci "the hammer" hat
die Möglichkeit aus sechs Metern den Ausgleich zu erzielen. Ein Schuss, ein Schrei…. Aus und vorbei!
Der Erzfeind
Klar, Gossau als Erzfeind zu bezeichnen ist ein wenig weit hergeholt. Doch die Vergangenheit hat es bewiesen:
Spiele gegen diesen Gegner sind mehr als normale Fussballduelle! Hier sind noch Emotionen drin. Man will
nicht nur gewinnen! Nein! Man will den Gegner zerstören! Das Spiel wird dann auch hauptsächlich von kleinen
Privatduellen und Provokationen dominiert! Manchmal hat man das Gefühl die beiden Mannschaften spielen noch
um den Aufstieg. Und nicht um den vierten Platz in der Gruppe 6.
Einige Beispiele gefällig?
5. Minute: Die Nummer drei der Gossauer holt Ludo Plür dermassen übel von den Beinen, als wolle er die
Grätschentechnik revolutionieren. 10. Minute: Gianci kommt einen Schritt zu spät und hebelt die Nummer 10
förmlich aus den Angeln. Miro Klose wäre stolz auf diesen vorwärts Salto. 30. Minute: Das Spiel droht dem
Schiedsrichter zu entgleiten. Innerhalb von wenigen Sekunden wird er von beiden Spielerbänken zur Sau gemacht.
60. Minute: Die Nummer 13 der Gossauer wird zum Feindbild der Tägerwiler und liefert sich in der Folge
ein hartes Privatduell mit Stefan Plür. In solchen Momenten bin ich froh, unserer "linken Klebe" nur im
Training zu begegnen.
65. Minute: Nach einer glasklaren, nichtgeahndeten Offside-Position unseres Gegners
rastet Coach Benno aus. Er bettelt richtiggehend um eine rote Karte. Auch Gianci ist nicht mehr Herr seiner
selbst und flucht wie ein Rohrspatz. Der Schiri bleibt cool. Ermahnung für Benno. Gelb für Gianci.
Nach Spielschluss: Die Emotionen schäumen über. Die Nummer 13 der Gossauer streckt uns den Mittelfinger
entgegen, Benno kommt erst richtig in Fahrt, staucht den Schiedsrichter übel zusammen. Kaum einer hat Lust
dem Gegner die Hand zu reichen! Zu hart war dieses Duell. Unsere Nummer 10 beruhigt die Gemüter. "Jungs!
Ist doch alles nur ein Spiel!"
Und tatsächlich! Fussball gespielt wurde auch noch:
Unsere Spieler beginnen engagiert, kombinieren brasilianisch! Heute sind wir endlich mal von Anfang an auf
der Höhe. Zwingendes kommt jedoch in dieser Anfangsphase trotz neuformiertem Italosturm (Toni und Giusi)
nicht heraus! Der direkte Zug zum Tor fehlt! "Nichts leichter als das!" denkt sich Lautsprecher Gianci und
knallt aus 45 Metern aufs Tor! Der hätte genau gepasst, doch der Torwart kratzt diesen wunderschönen Schuss
noch über die Latte. Immerhin ist das Spiel jetzt lanciert. Tägerwilen presst, nimmt den Gegner auseinander.
Doch wie es im Fussball halt so ist kommt es anders als gedacht. Gossaus Nummer 6 lässt sich im Mittelfeld
trotz Foul nicht abschütteln, spielt den tödlichen Pass auf den blitzschnellen Mittelstürmer. Dieser verlädt
unseren Abwehrspieler und schiebt zum 0:1 ein. Völlig entgegen dem Spielverlauf!
Tägerwilen bleibt dran
Trotz des unnötigen Rückstands bleiben die Tägerwiler dran, spielen mutig nach vorn. Doch plötzlich unterbricht
der Schiedsrichter die Tägerwiler Angriffsbemühungen.
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Eine Isostarflasche liegt am Spielfeldrand! "Flasche
im Platz" ruft der Schiri! Tja… wohl nicht die einzige!
Bis zur Pause haben die Tägerwiler noch ein, zwei
gute Standardmöglichkeiten, die jedoch allesamt kläglich vergeben werden. Warum zum Geier sind wir bei
Freistössen eigentlich so ungefährlich? Immerhin haben wir mit Giusi, Gianci und Pippo mehr als nur ein
Kopfballungeheuer in unseren Reihen. Liegt es möglicherweise daran, dass wir es immer und immer wieder direkt
versuchen? Wer weiss!
Die Halbzeit bietet etwas fürs Auge
"Oh là là" ruft Bins, in Anspielung darauf, dass fünf Wesen der weiblichen Gattung auf der Tribüne erscheinen.
Leider sind sie nicht hier um die Jungs vom "2" zu unterstützen, sondern den heutigen Gegner. Bei näherer
Betrachtung merkt man jedoch, dass es sich bei den jungen Fräuleins um Schwestern der Spieler handeln muss.
Oder spielt Gossau etwa in der Liga Thuns?
Schnell erzählt:
Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. (gäll Bins :). Gossau hat im offensiven Bereich
individuelle Klasse und kommt ein ums andere Mal gefährlich vors Tor. Goalie Stäheli (sorry Päddy dasi di
als "Mäder" bezeichnet han im letschte Match) beweist jedoch ein ums andere Mal seine Klasse. Eymann "Die Katze",
der uns mal wieder mit seiner Anwesenheit beehrt, nickt anerkennend und zieht an seinem Sargnagel. Der Rest der
Bank ist genervt. Anstatt Fussball zu spielen wird provoziert und herumgehässelt. Ist das wirklich nötig Jungs?
Sind wir nicht hier um Spass zu haben?
Als Gossau das irreguläre 0:2 erzielt ist die Stimmung am Siedepunkt. Mehrere Spieler sind am Anschlag:
"Jetzt erst recht!" Das Spiel wird regelrecht zum Fight! Um jeden Zentimeter wird gekämpft. Und als Capitano
Köchli zehn Minuten später den Ball von rechts, flach und scharf (also eigentlich wollte er ja zur Flanke
ansetzen) zur Mitte bringt und Tagliente seine Zehen streckt, steht es plötzlich. 1:2. "Jungs da wird no en
heisse Tanz!" Und tatsächlich. Von den überschäumenden Emotionen getrieben, wollen die Jungs vom "2" noch
was reissen. Bruderherz Kreis zieht aus 18 Metern ab. Ein Wahnsinnsgeschoss!
Die Tägerwiler Bank hat den
Torschrei bereits auf den Lippen, doch der sackstarke Torhüter der Gäste kratzt den Ball aus dem Winkel.
Minuten später. Kopfall Giusi, doch wieder hält der 2-meter Riese seinen Kasten rein. Unglaublich dieser Typ.
Wenn man bedenkt, dass er vor kurzem noch bei unseren Freunden, den Flawilern unter Vertrag war, beginnt man
zu verstehen, warum die Gossauer einen zweistelligen Betrag plus einen Kasten Bier an Flawil zahlen mussten.
Eine gute Investition! Oder doch nicht?
Gianci hat den Ausgleich auf dem Fuss
Die bereits erwähnte 88. Minute bricht ein und der Schlussmann der Gossauer nimmt einen Rückpass in die Hand.
"Diä händ en Goooalie!" Jetzt ist Cleverness gefragt. Wer wohl schiessen wird? Na klar! Gianci übernimmt die
Verantwortung aus sechs Metern. Schiesst er hoch? Oder spekuliert er darauf, dass die Mauer aufspringt und er
flach einlochen kann? Weder noch. Halbhoch in die Mauer! Symptomatisch für das Spiel!
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Tägerwilen - Gossau 1:2 (0:1)
Tore:
30 Min 0:1, 65. Min 0:2, 72. Min 1:2 Tagliente (Köchli)
Tägerwilen:
Stäehli; Köchli, (Capt), Pippo, Ventrici, Plüer, Tagliente, Kerschbaumer, Chris, Chr. Kreis, Silleccia,
(Fischer) Toni (Widler)
Bemerkungen: Bulant (geschont) gelbe Karte: Gianci und Plür
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